Ein Podcast vom NDR – und das nicht irgendwo im Studio, sondern bei uns in der Schule? Genau das ist passiert: Das Team des NDR-Kulturpodcasts eat.READ.sleep. war zu Gast und hat mit uns über Bücher, Lesen und unsere eigenen Gewohnheiten gesprochen.
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Bücher zwischen TikTok, Netflix und Alltag
Schnell wurde im Gespräch deutlich, warum dieser Besuch wichtig ist. Viele von uns verbinden Lesen eher mit Unterricht als mit Freizeit. Zwischen TikTok, Instagram und Netflix wirkt ein Buch oft wie die anstrengendere Wahl.
Genau hier setzt der Podcast an. Katharina erzählte, dass sie vor einigen Jahren die Idee hatte, einen unabhängigen Bücherpodcast beim NDR zu starten. Nicht steif und nicht wie eine klassische Buchbesprechung im Radio, sondern locker, persönlich und auf Augenhöhe. Deshalb duzen sich im Podcast alle – etwas, das früher beim NDR eher ungewöhnlich war.
Die Idee: Gespräche über Bücher sollen sich so anfühlen, als würde man mit Freunden im Café sitzen. Ohne abgelesene Texte, ohne komplizierte Fachsprache – dafür mit echter Begeisterung.
Lesen – Zwang oder Leidenschaft?
Besonders spannend war die Frage, wie ihre eigene Lesebegeisterung entstand.
Daniel erzählte offen, dass er in der Schule vor allem gelesen habe, „weil der Deutschlehrer das eingefordert hat“. Die eigentliche Leidenschaft kam erst im Studium – ausgelöst durch eine Dozentin, die mit „Leuchten in den Augen“ von einer Kurzgeschichte erzählte. Dieses Leuchten wollte er auch. Und genau dieses Gefühl versucht er heute im Podcast weiterzugeben.
Katharina hingegen las schon als Kind alles, was sie in der Dorfbücherei finden konnte. Für sie war Lesen immer selbstverständlich. Gleichzeitig gab sie zu, dass auch sie lieber spannende oder lustige Bücher liest – „Sachen, die zupacken“. Für jeden gibt es irgendwo ein Buch“
Auf unsere Frage, wie man ein Buch findet, das wirklich zu einem passt, war die Antwort überraschend einfach: ausprobieren.
Man solle sich zuerst fragen: Was interessiert mich eigentlich? Fantasy? Krimis? Liebesgeschichten? Biografien?
Heute gibt es unzählige Genres, Themen und Schreibstile. Das Podcast-Team ist überzeugt: Für jeden Menschen gibt es irgendwo ein Buch, das passt. Man muss es nur finden. Und vielleicht nicht gleich mit dem dicksten Klassiker anfangen, sondern mit etwas, das neugierig macht.
Was macht Gespräche über Bücher spannend?
Im Podcast geht es nicht darum, komplizierte Analysen zu liefern. Spannend wird es, wenn Bücher etwas mit dem eigenen Leben zu tun haben.
Wenn eine Geschichte neue Perspektiven eröffnet. Wenn man sich plötzlich in eine Figur hineinversetzen kann. Wenn ein Buch einen noch Tage später beschäftigt.
Genau dieses persönliche Sprechen über Bücher macht den Podcast aus – und machte auch unser Gespräch so lebendig.
Bücher oder Serien?
Natürlich kam auch die Frage auf: Warum lesen, wenn es Netflix gibt?
Serien sind schnell verfügbar, leicht konsumierbar und oft weniger anstrengend. Das gaben auch die Podcast-Gäste offen zu. Aber Bücher funktionieren anders. Man erschafft die Bilder selbst im Kopf. Man taucht tiefer ein. Und manchmal entwickeln Geschichten dadurch eine besondere Wirkung.
Gleichzeitig war ihre Haltung sehr offen und realistisch: Nicht jeder muss Lesen als Hobby haben.
Wichtig sei vor allem, dass man lesen kann – und dass man weiß, welche Möglichkeiten Bücher bieten: Abschalten, neue Welten entdecken, andere Perspektiven verstehen.
Warum also unsere Schule?
Der Besuch hat gezeigt: Der Podcast kam nicht zu uns, um uns zu sagen, was wir lesen sollen. Er kam, um mit uns ins Gespräch zu kommen.
Vielleicht braucht es genau solche Begegnungen, damit Bücher nicht nur Unterrichtsstoff bleiben, sondern wieder als etwas Persönliches wahrgenommen werden.
Ein NDR-Kulturpodcast an unserer Schule – das ist kein Zufall. Es ist eine Einladung: neugierig zu sein, auszuprobieren und vielleicht doch noch das eine Buch zu finden, das einen wirklich packt.

Haylee (11d) und Lukas (12a)